Zwei Tage Tripsdrill

Was für ein spannender Zweitagesausflug. Wir haben uns für zwei Tage Tripsdrill entschieden. Ursprünglich wollten wir nur am Montag den 08.09.2014 hin und dort Bekannte treffen, die wir auf der im Oktober 2013 auf der Costa Favolosa kennengelernt haben, aber ein paar Tage vorher haben wir erfahren, dass zu dem Freizeitpark auch ein Tierpark gehört. Also haben wir uns kurzfristig für den Sonntag als Tierparktag entschieden.
Wir sind am Sonntag um 7 Uhr – naja fast, es wurde dann eher 7.30 Uhr – losgefahren. Da am Sonntag früh sogar um Stuttgart kein Stau war, waren wir bereits um kurz vor 9 Uhr in Tripsdrill. Die Anfahrt ist zwar mit 160km recht weit, aber die Fahrzeit ist im Gegensatz zum Legoland das nur 130km weg ist, entschieden kürzer.
Unser Plan war, dass wir am Sonntag bis ca. 13 Uhr im Freizeitpark bleiben, dann bis 18 Uhr in den Tierpark gehen und am Montag den ganzen Tag im Freizeitpark bleiben. Am Sonntag haben wir dann erfahren, dass im Tierpark um 14.30 Uhr eine Wildfütterung der Wölfe, Wildkatzen, Luchse und Bären und im Anschluss um 15.30 Uhr eine Vorführung der Falknerei stattfindet. Das wollten wir unbedingt sehen.
So haben wir es dann auch gemacht und es hat sich alles gelohnt. Die Fütterung wurde von einem jungen Mann gemacht, der wirklich klasse war. Er konnte die Leute ansprechen und hat die Show sehr lustig und absolut suverän erledigt. Es gab eine Menge Informationen zu den einzelnen Tieren und ihrer Lebensweise. Ein weiteres Highlight war für uns die Vogelshow. Vier Falkner zeigten in einer gut einstündigen Show jede Menge Geier, Adler, Milane, Bussarde und Falken. Besonders toll war, dass die Tiere sich mitten in die Zuschauer gesetzt haben und man sie aus nächster Nähe sehen konnte. Normalerweise fliegen die ja nur über die Zuschauer hinweg, aber so war es sehr spektakulär. Teilweise waren 7 Vögel gleichzeitig unterwegs und boten eine Show über unsere Köpfen wie wir sie noch nie gesehen haben. Wirklich ein Ausflug wert. Sich das anzuschauen lohnt sich auch ohne Erlebnispark, denn dann kostet es nur 9,50€ pro Person incl. der Shows.
zurück zum Erlebnispark:
Trotz Sonntag und tollstem Wetter war der Park nicht sehr voll und man musste nirgends länger als 15 oder 20 Minuten anstehen. Das war schon mal toll. Der Park an sich ist gegliedert in den „alten“ Teil der stellenweise schon seit 1929 besteht und einen neuen Teil der die großen Attraktionen beherbergt.
Im „alten“ Teil befinden sich auch die meisten Fahrgeschäfte für kleinere Kinder, bzw. für die etwas „vorsichtigeren“ Zeitgenossen.
Insgesamt ist der „alte“ Teil der optisch viel mehr ansprechende, denn dort findet man viel Schatten, schöne Gärten und tolle Gebäude. Der neue Teil ist zwar auch schön angelegt, aber man findet keinen einzigen großen Baum oder etwas ähnliches was einem Schatten und Abkühlung spendet. Bei fast 30 Grad haben wir das dann doch immer wieder vermisst. Aber dafür gibt es dann dort 2 Fahrgeschäfte, das Waschzuberrafting und die Badewannenfahrt, die für nasse Abkühlung sorgen.
Jetzt folgen die Beschreibungen der einzelnen Attraktionen. Die Website des Parks lautet: www.tripsdrill.de. Dort werden die Attraktionen auch mit Bildern beschrieben. Ich will mich hier auf unsere Eindrücke beschränken. (Spaßfaktor nach Schulnoten)

Der rasende Tausendfüßler:
Der ist klasse für den rasanten Einstieg in den Achterbahntag. Ist nicht sehr hoch, dennoch, durch seine engen Kurven ganz knapp über dem Boden vermittelt er eine sehr rasante Fahrt. Leider war die Bahn für Menschen ab 190 cm Körpergröße aber dann doch sehr schmerzhaft, so dass ich nur einmal gefahren bin.
Spassfaktor: 3

Weinkübelfahrt:
Die Kinder fanden es toll, wir Großen überhaupt nicht. Man fährt in offenen Weinfässern eine kleine Strecke ab, da miese daran, die drehen sich teilweise ziemlich schnell um die eigene Achse. Die Fahrt geht durch Weinreben und sonst wirklich schön angelegt.
Spassfaktor: 4

Suppenschüsselfahrt:
Das selbe wie die Weinkübelfahrt, schön angelegt und lustige Wägen, aber immer wieder dreht sich das ganze Ding um die eigene Achse.
Spassfaktor: 4

Altweibermühle:
Das war der Beginn des Erlebnisparks 1929. In einer Mühle befindet sich nach langen Aufstieg ein Rutsche die man mit Strohsäcken rutscht. Macht großen Spaß und ist auch für die kleinsten gut machbar.
Spassfaktor: 2

Altmännermühle:
Hier kann man seine Geschicklichkeit testen. Man muss einige sich bewegenden Ebenen, eine schräge Ebene mit Rollen und ein sich drehendes Fass überwinden. Auch einige Zerrspiegle sind vorhanden. Da findet man sogar seine Traumfigur wieder!
Spassfaktor: 2

Badewannenfahrt:
Wild, Nass und sogar richtig lang. Thema: Jungbrunnen. Die Strecke ist schön angelegt, macht riesen Spaß. Man fährt teilweise auch Rückwärts, sogar eine Schussfahrt rückwärts ist dabei. Die Fahrt für durch eine Burg in der der Jungbrunnen mit jeder Menge nackter Menschen dargestellt ist. Manche jung und hübsch und andere vor der Jungbrunnenbehandlung. Naja. Lustig aber allemal. Dann gibt es zu Schluss noch die obligatorische lange Abfahrt aus ca. 18m höhe. Wer bis jetzt nicht nass war, dann spätestens jetzt.
Spassfaktor: 2

G’sengte Sau:
Alle über 192 cm brauchen gar nicht anstehen, man kann nicht mitfahren, da der Bügel nicht über die Knie geht. Schade, denn alle waren begeistert. Ich durfte zusehen. Diese Bahn fährt durch die selbe Burg wie die Badewannenhaft, aber man muss nicht die vielen Nackten sehen. Die Bahn ist sehr zackig, die Kurven eng und teilweise legt man sich nicht in die Kurven, sondern die bleiben horizontal. Alles in allem wieder toll angelegt und laut dem Rest der Familie auch spannend.
Spassfaktor: 2

Doppelter Donnerbalken:
Nur unser Großer wollte das unbedingt mal probieren. Wir haben zugeschaut. Man wird auf 15m Höhe gezogen, dort wir das ganze Ding einen Meter nach vorne gekippt und im selben Moment saust man im freien Fall 10m Richtung Boden. Das muss toll sein, unser Großer ist 2x mit gefahren.
Spassfaktor: 2

Dorfstrasse:
Ein sehr gemütlicher Dorfplatz mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und ein paar kleinen lustigen Dingen die man sich anschauen kann. Auch das Indoorspielgelände befindet sich einem der Gebäude, und ein paar Souvenirshops sowie Cafes und Restaurants. Es ist alles sehr schön gepflegt und schön anzusehen.
Spassfaktor: 3

Kinderbereich:
Natürlich sind wir da auch hin, und wir sind auch alles gefahren, aber dort sind wirklich alle Fahrgeschäfte für Familien mit den ganz kleinen. Es gibt eine kliene Hochbahn die als Wiegen designt sind, eine Hochbahn, bei der man seinen Schmetterling mit Pedalen antreiben muss, ein Kinderkarusell mit Enten, Eine kleine Bahn mit Hasen, Pferden usw. Aber wirklich alles für die Kleinsten.
Spassfaktor: 5

Div. Karussells:
Es gab einige Karussell, die immer einem bestimmten Thema gewidmet waren. Schuhe, Kaffeetassen, Kuchen usw. Alle drehen sich im Kreis und es wird einem schlecht. Also nicht für uns Erwachsenen, aber die Kinder fanden es toll. Aber immer waren die Anlagen schön anzusehen und waren sehr gepflegt.
Spassfaktor: 3

Karacho:
Diese Bahn wir ihrem Namen gerecht. In diesem Park ist es die größte und schnellste Achterbahn. Am Sonntag haben wir die Bahn gesehen und unser Großer wollte sie unbedingt fahren. Aber es konnte sich keiner von uns dazu überwinden ihn zu begleiten. Das war aber Pflicht, denn von 8-11 Jahren musste ein Erwachsener dabei sein. Also haben wir das auf Montag verschoben. Das war ein Fehler. Diese Bahn macht so viel Spaß, dass wir sie lieber auch am Sonntag schon 2-3 mal gefahren wären. Die Bahn ist eine Katapultachterbahn, d.h. man wird nicht langsam ein Rampe heraufgezogen und dann losgelassen, sondern an wird unten nach dem Einstieg in 1,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und so auf den ersten Looping geschossen. Fühlt sich irre an und ist es auch. Danach folgen gleich ein weiterer Looping und einige sehr schnelle Kurven. Der schlimmste Augenblick ist der, der uns am Sonntag vom fahren abgehalten hat. Man wir kurz vor einem Looping auf den Kopf gedreht und fährt senkrecht in ein Loch im Boden das mit Nebel gefüllt ist.
Danach kommt ein Korkenzieherlooping und schon st alles vorbei. Fahrzeit leider nur etwas mehr als eine Minute, aber die habens in sich.
Spassfaktor: 1

Mammut:
Auch eine sehr steile, mit 90km/h auch sehr schnelle Achterbahn. Der Clou dabei, sie ist aus Holz und zwar komplett. Laut Internet mit 2 Millionen Nägeln und 1 Million Schrauben wird sie zusammengehalten. Sieht imposant aus und fährt sich auch so. Man wird auf 30m hochgezogen und dann auf die Bahn losgelassen. Steile Kurven, ein Tunnel und schnelles auf und ab sorgen für ein tolles, wenn auch sehr unruhiges Fahrgefühl. Aber Holz ist halt nicht ganz eben und so ruckelt und knarzt es die ganze Zeit. Wenn man beim Anstehen in der Schlange den Bahnen zu sieht, dann befürchtet man ständig, dass die Bahn einfach in sich zusammenfällt. Die Holzstützen wackeln und vibrieren, knarzen und verbiegen sich, dass es einem echt Angst wird. Aber das soll ja auch so sein.
Spassfaktor: 1

Waschzuberrafting:
Solche Fahrgeschäfte gibt es eigentlich in allen Erlebnisparks. Man sitzt im Kreis auf eine Gummiring und fährt einen Wildwasserfluss hinab. Allerdings ist die Fahrt in Tripdrill die schnellste und nasseste die wir je hatten. Riesige Wellen, starke Strömungen und ständig schleudert es einen gegen die Wand, so dass sich das ganze Boot dreht. Teilweise in einem Tunnel in kompletter Dunkelheit ist diese Fahrt absolut empfehlenswert. Man hat das Gefühl auf einen Wasserfall zu zu fahren, und dann kurz vorher geht scharf nach rechts weg, in eine Strudel, echt klasse gemacht.
Spassfaktor: 1

Ansonsten waren im ganzen Park tolle Überraschungen zu finden, die sehr lustig waren. Uns hat es hier sehr gut gefallen, und wir werden sicher mal wieder hin gehen.
Der Park ist über all sauber und gepflegt, die Sanitären Anlagen sind zwar teilweise doch schon recht alt, aber immer sauber. Das Personal ist durchweg nett und freundlich und auch die Sicherheit wird groß geschrieben. An jedem Fahrgeschäft wird überprüft, ob man richtig sitzt und die Rückhaltesysteme richtig angelegt sind.
Den Park kann man empfehlen, denn auch der Eintritt ist mit 27€/Erw. und 23€/Kind bis 14 Jahren recht günstig. Vor allem sind die Bahnen durchweg auch für kleinere Kinder ab 6 Jahren gut und sicher zu fahren.

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